Definition, Häufigkeit (Epidemiologie) und Ursache (Ätiologie) Das Hodgkin Lymphom (syn. Morbus Hodgkin, Lymphogranulomatose, Hodgkin’s disease) ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Im Vergleich zu anderen bösartigen Erkrankungen ist das Hodgkin Lymphom selten, jedoch unter den bösartigen Lymphknotenerkrankungen (Lymphomen) relativ häufig . Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland wird auf 2-3 pro 100.000 Personen geschätzt. Männer erkranken im Verhältnis 3:2 häufiger als Frauen. Das Erkrankungsalter betreffend lassen sich in den industrialisierten Ländern zwei Häufigkeitsgipfel ausmachen: ein größerer zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr und einen kleinerer Gipfel nach dem 65. Lebensjahr. Die Krankheit kann prinzipiell aber auch in jedem anderen Alter vorkommen. Sir Thomas Hodgkin 1832 beschrieb der englische Arzt Sir Thomas Hodgkin das Hodgkin Lymphom erstmals als eigenständige Krankheit und verlieh der Erkrankung dadurch ihren bis heute gültigen Namen. Beschreibungen der für die Krankheit typischen feingewebelichen Veränderungen mit den krankheits-definierenden Hodgkin- und Reed-Sternberg-Zellen folgten 1898 durch Carl Sternberg und 1902 durch Dorothy Reed. Hodgkin- und Reed-Sternberg-Zellen In den folgenden 170 Jahren bis heute wurden und werden diverse potentielle Ursachen und Auslöser der Erkrankung diskutiert. Erst in jüngerer Zeit konnte man durch neue molekularbiologische Methoden nachweisen, dass die malignen Hodgkin Lymphom-Zellen ihren Ursprung in B-Lymphozyten (kleine weiße Blutkörperchen) haben, die im Keimzentrum der Lymphknoten gebildet werden. Eine die Krankheit begünstigende Rolle wird dem Epstein-Barr-Virus (EBV) zugeschrieben. Dafür spricht die Tatsache, dass Patienten, die in der Vorgeschichte an Pfeiffer’schem Drüsenfieber - einer akut fiebrigen, mit Lymphknotenschwellungen einhergehenden Erkrankung, die durch das EBV ausgelöst wird – litten, häufiger ein Hodgkin Lymphom entwickeln als Menschen, bei denen dies nicht der Fall war. Gestützt wird diese Beobachtung durch den Nachweis von genetischem Material des EBV in Hodgkin- und Sternberg-Reed-Zellen, der Ende der achtziger Jahre erstmals gelang. Da es jedoch auch maligne Hodgkin- und Sternberg-Reed-Zellen gibt, in denen kein EBV-Erbgut gefunden werden kann, und die überwiegende Mehrzahl der mit EBV infizierten Menschen - bis zum 30. Lebensjahr haben sich mehr als 95 Prozent der Bevölkerung, zumeist ohne eine klinische Symptomatik zu zeigen, mit dem Virus infiziert - kein Hodgkin Lymphom enwickelt, muss es noch weitere Faktoren geben, die die Krankheit auslösen oder begünstigen. Hier werden zurzeit neben einer gestörten Steuerung des Immunsystems auch genetische Faktoren und Umwelteinflüsse diskutiert. 
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