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Portrait der Referenznuklearmedizin

Überblick

Bereits seit über 50 Jahren werden Verfahren des Fachgebiets der Nuklearmedizin zur Diagnostik und Therapie eingesetzt. Insbesondere die sogenannte Positronen-Emissions-Tomographie (PET) hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung in der Tumordiagnostik und -behandlung gewonnen. Bei der PET handelt es sich um ein Verfahren der funktionell-metabolischen Bildgebung, also einer Methode um Stoffwechselprozesse des Körpers bzw. des Gewebes sichtbar zu machen. Hierzu wird als sogenannter Tracer (Marker) ein mit dem Radioisotop F-18 markierter Traubenzucker verwendet, der im menschlichen Körper genau wie unmarkierter Zucker verstoffwechselt wird. In der Tumordiagnostik macht man sich die Eigenschaft von malignen (bösartigen) Zellen zu nutze, dass sie aufgrund ihrer Wachstumseigenschaften einen verstärkten Zuckermetabolismus und damit eine deutliche Traceranreicherung aufweisen. Die Strahlung des Tracers wird durch spezielle Kameras erfasst, im erzeugten Bild sichtbar und kann so aufgrund der detektierten Strahlenintensität helfen, zwischen Tumor- und Normalgewebe zu unterscheiden.
Zur exakten Analyse der PET wird zusätzlich eine Korrelation mit der CT-Bildgebung vorgenommen, da nur so eine Zuordnung der erfassten Traceranreicherung und den anatomsichen Strukturen bzw. den möglichen pathologischen Veränderungen möglich ist.
Dieses Procedere bedarf eines Höchstmaßes an Fachkenntnis und Erfahrung auf diesem Gebiet.
Richtig angewendet wird für die PET ein negativer Vorhersagewert (negativer prädiktiver Wert) in der Literatur von bis zu 98 % beim Bronchialkarzinom oder bei Non-Hodgkin Lymphomen beschrieben.
Auch für die Hodgkin Diagnostik gewinnt somit die PET zunehmend an Bedeutung insbesondere im Hinblick auf die Unterscheidung zwischen vitalem Tumorgewebe und narbigem Rest bereits während der Behandlung, aber auch nach Abschluss der Therapie.
So ist die PET derzeit Gegenstand von klinischen Studien.

 

PET beim Hodgkin Lymphom

Seit Beginn der 5. Studiengeneration wird die PET als Prüfmethode im Rahmen der HD 15 Studie beim Hodgkin Lymphom in fortgeschrittenem Stadieneingesetzt. Patienten mit einem Resttumor ? 2,5 cm erhalten eine FDG-PET. Die gesamte Schnittbilddiagnostik wird durch ein interdisziplinäres Expertenpanel beurteilt. Aufgrund des bisher in der Literatur beschriebenen hohen negativ prädiktiven Wertes der PET wird bei fehlender Anreicherung in der PET im Bereich des Restgewebes von einer zusätzlichen Bestrahlung abgesehen. Es werden  nur Patienten mit PET-positivem Resttumor im Anschluss an die verabreichte Chemotherapie bestrahlt. Durch dieses Vorgehen kann einerseits der negativ prädiktive Wert der FDG-PET prospektiv an einer großen Zahl von Patienten überprüft werden, und andererseits für die Patienten die Toxizität der Therapie reduziert werden.

Mit Beginn der 6. Studiengeneration im Mai 2008 wird die PET im Rahmen der HD18 Studie für fortgeschrittene Stadien des Hodgkin Lymphoms bereits nach 2 Zyklen Chemotherapie eingesetzt, um randomisiert die Möglichkeit einer Therapiereduktion bei negativer PET und einer Intensivierung bei positiver PET zu erproben.


Beurteilungskriterien

Bei der Berurteilung der PET werden die von Juweid und Cheson im Journal of Clinical Oncology beschriebenen Kriterien angewandt.

Zur Beurteilung der PET in HD18 wurde zusätzlich folgender Schlüssel eingeführt:
0 = PET negativ, keine FDG-Anreicherung im Restgewebe
1 = PET negativ, diskrete FDG-Anreicherung, nicht höher als der mediastinale Blutpool.
2 = PET positiv, geringe FDG-Anreicherung, höher als der mediastinale Blutpool
3 = PET positiv, deutliche FDG-Anreicherung
4 = nicht entscheidbar, z.B. wenn physiologische Anreicherungen zu einer möglichen pathologischen Anreicherung dicht benachbart liegen, Behandlungs-konsequenz wie PET positiv
5 = nicht untersucht; die Lokalisation wurde nicht mit untersucht

Aufgaben der Referenznuklearmedizin

- Beratung der nuklearmedizinischen Untersucher und Referenzbeurteilung aller PET-Untersuchungen
- Organisation des wöchentlichen, interdisziplinären PET-Panels in HD15 zur Beurteilung der Bestrahlungsempfehlung und ggf. Erstellung eines Bestrahlungsplans
- Organisation des HD18 Panels zur frühen Beurteilung des Therapieansprechens durch PET


Mitarbeiter

Professor Dr. med. H. Schicha
Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität zu Köln

Professor Dr. med. M. Dietlein
Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität zu Köln

Dr. med. C. Kobe
Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität zu Köln


Links

Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e. V.:
http://www.nuklearmedizin.de

Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität zu Köln:
http://cms.uk-koeln.de/nuklearmedizin

 

 

News


Das 8. Internationale Hodgkin-Symposium wird vom 23.-26.10.2010 im Kölner Gürzenich statt-finden



Die AVD-Rev Studie wurde bei älteren Hodgkin Lymphom Patienten im Alter von ≥ 60 bis ≤ 75 Jahre in mittleren und fortgeschrittenen Stadien ohne jegliche Vorbehandlung gestartet



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