Portrait der ReferenznuklearmedizinÜberblickBereits seit über 50 Jahren werden Verfahren des Fachgebiets der Nuklearmedizin zur Diagnostik und Therapie eingesetzt. Insbesondere die sogenannte Positronen-Emissions-Tomographie (PET) hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung in der Tumordiagnostik und -behandlung gewonnen. Bei der PET handelt es sich um ein Verfahren der funktionell-metabolischen Bildgebung, also einer Methode um Stoffwechselprozesse des Körpers bzw. des Gewebes sichtbar zu machen. Hierzu wird als sogenannter Tracer (Marker) ein mit dem Radioisotop F-18 markierter Traubenzucker verwendet, der im menschlichen Körper genau wie unmarkierter Zucker verstoffwechselt wird. In der Tumordiagnostik macht man sich die Eigenschaft von malignen (bösartigen) Zellen zu nutze, dass sie aufgrund ihrer Wachstumseigenschaften einen verstärkten Zuckermetabolismus und damit eine deutliche Traceranreicherung aufweisen. Die Strahlung des Tracers wird durch spezielle Kameras erfasst, im erzeugten Bild sichtbar und kann so aufgrund der detektierten Strahlenintensität helfen, zwischen Tumor- und Normalgewebe zu unterscheiden.
PET beim Hodgkin LymphomSeit Beginn der 5. Studiengeneration wird die PET als Prüfmethode im Rahmen der HD 15 Studie beim Hodgkin Lymphom in fortgeschrittenem Stadieneingesetzt. Patienten mit einem Resttumor ? 2,5 cm erhalten eine FDG-PET. Die gesamte Schnittbilddiagnostik wird durch ein interdisziplinäres Expertenpanel beurteilt. Aufgrund des bisher in der Literatur beschriebenen hohen negativ prädiktiven Wertes der PET wird bei fehlender Anreicherung in der PET im Bereich des Restgewebes von einer zusätzlichen Bestrahlung abgesehen. Es werden nur Patienten mit PET-positivem Resttumor im Anschluss an die verabreichte Chemotherapie bestrahlt. Durch dieses Vorgehen kann einerseits der negativ prädiktive Wert der FDG-PET prospektiv an einer großen Zahl von Patienten überprüft werden, und andererseits für die Patienten die Toxizität der Therapie reduziert werden. Mit Beginn der 6. Studiengeneration im Mai 2008 wird die PET im Rahmen der HD18 Studie für fortgeschrittene Stadien des Hodgkin Lymphoms bereits nach 2 Zyklen Chemotherapie eingesetzt, um randomisiert die Möglichkeit einer Therapiereduktion bei negativer PET und einer Intensivierung bei positiver PET zu erproben. |
Die AVD-Rev Studie wurde bei älteren Hodgkin Lymphom Patienten im Alter von ≥ 60 bis ≤ 75 Jahre in mittleren und fortgeschrittenen Stadien ohne jegliche Vorbehandlung gestartet